Arbeitsmarkt für Bauingenieure

Die Ergebnisse der aktuellen Arbeitsmarktstatistik legen den Schluss nahe, dass auch die deutsche Bauindustrie auf eine Ingenieurlücke zusteuert. Aus diesem Grund sollte die Bundesagentur für Arbeit die Vorrangprüfung, nach der zuerst im Inland nach Arbeitskräften gesucht werden muss, ehe ausländische Fachkräfte angeworben werden dürfen, auch für Bauingenieure aufheben.

Nach den jüngsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit kamen im Juli 2011 auf knapp 1.800 gemeldete offene Stellen für Bauingenieure nur 2.900 arbeitslose Bauingenieure. Dies ist die niedrigste Arbeitslosenzahl und das höchste Stellenangebot für Bauingenieure seit über zehn Jahren. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Meldequote für offene Ingenieurstellen nur bei etwa 15 % liegt, so dass die Zahl der offenen Stellen mehr als sechs Mal so hoch ausfallen dürfte.

Mittelfristig könnte sich der Mangel an Fachkräften auch in der Bauwirtschaft immer mehr zu einer Wachstumsbremse entwickeln. Darauf deutet auch eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hin, in der 40 % der befragten Bauunternehmen in der drohenden Fachkräftelücke ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ihres Unternehmens sehen. Nach einer Sonderumfrage des ifo Instituts im Rahmen des Konjunkturtests für die Bauindustrie klagt mittlerweile jedes achte Unternehmen über eine zunehmende Abwerbung eigener Arbeitskräfte durch andere Bauunternehmen.

Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen e.V.

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