Anlässlich der Maritimen Konferenz in Emden fordern die Bauindustrie Niedersachsen-Bremen und die Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN) einen Nationalen Investitionspakt für die deutschen Seehäfen. Die Häfen in Niedersachsen und Bremen sind eine zentrale Grundlage für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Resilienz und nationale Sicherheit, betonen die Hauptgeschäftsführer Jörn P. Makko und Benedikt Hüppe.
„Verteidigungsfähigkeit bedeutet nicht nur Panzer und Drohnen, sondern auch funktionierende Infrastruktur. Die Seehäfen sind im Spannungs- und Verteidigungsfall die logistischen Knotenpunkte für Truppenverlegungen der NATO. Marode, nicht tragfähige Brücken im Hafenhinterland und baufällige Kajen können wir uns sicherheitspolitisch nicht mehr leisten. Sie sind ein strategisches Risiko“, erklärt Makko.
UVN-Hauptgeschäftsführer Benedikt Hüppe unterstreicht ebenfalls die sicherheitspolitische Bedeutung der Hafeninfrastruktur: „Unsere Seehäfen sind systemrelevante Infrastruktur. Sie sichern Versorgung, Energieimporte, industrielle Wertschöpfung und im Ernstfall die Bündnisfähigkeit Deutschlands. Wer hier zu lange spart, gefährdet nicht nur Wachstum, sondern auch Sicherheit.“
Bauindustrie und UVN bemängeln, dass der Investitionsstau in der Hafeninfrastruktur über Jahrzehnte gewachsen ist. Dies sei längst nicht mehr nur ein wirtschaftliches Problem, sondern habe eine neue sicherheitspolitische Dimension erreicht. „Wer Häfen vernachlässigt, gefährdet die Versorgungssicherheit und die internationale Handlungsfähigkeit Deutschlands“, warnt Jörn P. Makko. Die Bauindustrie erklärt sich bereit, die notwendigen Investitionen in Hafenbecken, Kaimauern, Fahrrinnen sowie leistungsfähige Hinterlandanbindungen zeitnah umzusetzen. Voraussetzung dafür seien jedoch ein klarer politischer Wille und eine verlässliche, dauerhaft angelegte Finanzierungsgrundlage von Bund und Ländern.
Benedikt Hüppe betont: „Die jahrzehntelange Unterfinanzierung lässt sich nicht durch einzelne Sonderprogramme beheben. Wir erleben einen strukturellen Substanzverlust, der nur durch eine verbindliche, mehrjährige Finanzierungsperspektive gestoppt werden kann. Investitionen in Hafeninfrastruktur haben dabei einen mehrfachen Nutzen: Sie stärken gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, unterstützen die Energiewende, etwa beim Ausbau der Offshore-Windenergie, und erhöhen die Verteidigungs- und Krisenvorsorge. Diese Synergien müssen künftig konsequent in der Haushalts- und Investitionsplanung von Bund und Ländern abgebildet werden. Ein Nationaler Investitionspakt für die Seehäfen ist dafür der richtige und überfällige Schritt.“